Wer regelmäßig Sport treibt, kann das Risiko für eine Verschlechterung seines Zustandes senken und auch seine körperliche Form zur Vorbereitung auf ein neues Herz erheblich verbessern. Dies trifft auch bei einer koronaren Herzkrankheit zu, die in den meisten Fällen die Grunderkrankung des Herzinfarkts darstellt und sich mit Sport in Einzelfällen sogar teilweise zurückbilden kann. Wichtig ist allerdings, dass man die richtige Sportart auswählt, sich nicht zuviel abverlangt und den Schlussspurt als klassischen Fehler vermeidet.

Nicht jede Sportart ist für Menschen mit einem Kunstherz empfehlenswert. Eher ungeeignet sind Action-Sportarten, bei denen ein Ball im Spiel ist wie etwa Fußball, Handball, Squash, Badminton oder Tennis. Zum einen erwacht schnell der Ehrgeiz, den Ball unbedingt noch erreichen zu wollen, wofür oft ein hoher Krafteinsatz erforderlich ist und als Folge Überlastungen des Herzmuskels auftreten können, zum anderen ist die Gefahr das dem Gerät etwas passiert oder man mit der Driveline irgendwo oder an irgendwem hängen bleibt wesentlich höher.

Sportart ohne Überlastungspotenzial wählen

Deutlich geeigneter sind dagegen Ausdauersportarten, die sich problemlos mit niedriger Intensität durchführen lassen, wie z. B. Joggen, Radfahren, Rudern, Wandern, Walken bzw. flottes Gehen oder auch Skilanglauf. All diese Sportarten können so ausgeübt werden, dass die Gefahr für eine Überlastung des Herzens gering bleibt.

Wichtiger Hinweis: Statt des Endspurts ist es deutlich empfehlenswerter zum Abschluss einer Übungseinheit gemütlich auszulaufen, was die Regeneration der Muskulatur unterstützen kann.

Wie oft pro Woche Sport treiben?

Nach Empfehlungen der Deutschen Herzstiftung sollten sich Patienten mit einem Kunstherz einmal bis dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten körperlich betätigen, am besten sogar täglich, wenn es die Verfassung zu lässt. Für alle Menschen, die wenig Zeit zum Sport haben, hier zwei Tipps von Dr. Sonntag:

Tipp Nr. 1: Wer regelmäßig mit dem Bus oder der U-Bahn nach Hause fährt, kann jeden zweiten Tag zwei oder drei Stationen früher aussteigen und den Rest zu Fuß nach Hause gehen. Das lässt sich völlig unkompliziert in den Tagesablauf einbauen, ohne dass dafür eine aufwendige Sportausrüstung erforderlich ist. Man braucht lediglich geeignete Schuhe, in denen einem die Füße nicht schon nach 100 Metern weh tun.

Tipp Nr. 2: Abends einfach noch einmal eine halbe Stunde rausgehen und dabei dreimal das Tempo für jeweils fünf Minuten so steigern, dass die Nachbarn sagen würden: „Der hat es aber heute eilig.“ Erstaunlicherweise werden solche Intervallbelastungen oft als weniger anstrengend empfunden als Ausdauerbelastungen gleicher Dauer.

Wichtiger Hinweis: Während der höheren Belastungen eines Intervalltrainings sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sie nicht zu kurzatmig werden und sich danach eine ausreichend lange Erholungsphase gönnen.

Grundsätzlich gilt: Orientieren Sie sich an Ihren Leistungen aus der Rehabilitation und knüpfen Sie am besten direkt an das dort angebotene Training an.

Quelle:

Angelehnt an den Beitrag „Welche Sportarten sind bei einer KHK zu empfehlen?“ von Dr. med. Frank Sonntag